Der Weg der Götter I


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Nachdem die Hordo in Streit und Kummer auseinander gingen und Trestolt allein verweilte, Zebadian Flüche in die Höhle Ganalads, nach Yamalpura hineinrief und Quinénes all die Sorgen beweinte, begann die Zeit der Göttlichen Ruhe.
Jeder der Hordo erdachte sich eigene Hüter für Noridan, denn an Thranduils Erbe lag allen noch viel.
Quinénes, die Schöne formte die, die der Welt Wasser brachten. Sie schuf Birsaja, die Herrin von Flüssen und Seen, die auf Noridan niederging und sich im Wasser ausruhte. Sie war die steilen Bergbäche der Gipfel, weit oben im Himmel, die sich tief hinabgruben. Sie war die Stille der Seen Noridans, die Einsamkeit und die Schönheit jedes ihrer Kinder. Und mit ihr schuf Quinénes Volor, den Hüter der Meere und Bruder Birsajas. In ihm sah Noridan die Kraft der See, mit Wellen, die in den Himmel reichten. Volor war es, der Roduras bewachte und er war die Gischt, der weite Donner der Flut und die schwarze Tiefe der einsamen Gräben der See.
Quinénes spürte Schwäche in sich aufsteigen, denn ihre Aufgabe ermüdete sie. Daher schuf sie einen Hüter, der ihr beistehe in all ihren Taten. Sie schuf Togar. Er war neben Finara ihr liebster Sohn und empfing gute Führsorge.
Quinénes wies Zebadian an, Togar zu lehren, Stärke zu präsentieren, denn sein Name sollte genau das verkörpern - Stärke. Togar erhielt von seinem Meister einen Wagen aus weißem Stein und einen Hammer, den er als Zeichen der Kraft tragen sollte.
Togar gehörte das Wetter. Mit seinem Hammer schleuderte er Blitze auf Nordian nieder und der weiße Wagen trieb Wolken vor sich her. Der Donner der Wagenräder, die über die Festen Roduras fegten, erklang mit seinem Auftritt. Togar brachte der Welt Regen und Wolken, wenn sie nach ihm verlangte und er hütete im Namen seiner Mutter über Noridan, damit diese sich ausruhen konnte.
Später, Trestolt blieb immer noch fort und Togar brachte Ordnung in die Welt im Süden, ging Quinénes zu ihrer Tochter Ardrivis und wies sie an, den Elverra einen Hüter zu schaffen, der sie lehrte, die Natur zu nutzen und sie mehr zu verehren, als sie es jetzt schon taten. Und unter der schützenden Hand ihrer Mutter entstand Myrméa und diese lehrte den Elverra den Ackerbau, denn sie war die Fruchtbarkeit der Erde. Und Finara kam zu Ardrivis und sagte: "Es ist gut, was du geschaffen hast und die Elverra werden die Natur hüten, um von ihr zu leben und ich werde mein Herz über den fruchtbaren Zeilen der Kinder des Urvaters ausschütten und sie werden ernten können, soviel sie für sich allein brauchen."
Ardrivis war erstaunt über sich selbst und schuf neben Myrméa noch Ninumar, die Göttin der Pflanzen und Roegir, den wilden Gott der Tiere. Ihre Kinder sollten mit ihr die Natur Noridans sein und das Leben fruchten lassen.
Togar, der seine Mutter sehr achtete und die Lehre Zebadians genoss, verfiel den Reizen Birsajas, seiner Schwester. Der Gott des Wetters und die Göttin der Flüsse und Seen zeugten aus ihrem Verlangen heraus Woreen, die Göttin des Windes.
Woreen begleitete ihren Vater auf seinen Fahrten über den Himmel und streichelte ihre Mutter tief unten in den sichten Gewässern Noridans. Sie war der Wind, der Noridan jeden Tag aufs Neue belebte.

Quinénes sah in ihrem Bruder der Stärke mit der Zeit einen Gott, der das Rechte tat. Und als sie sah, wie behutsam er Togar von all seinen Künsten berichtete und ihn lehrte, den Hammer der Blitze zu schwingen, verfiel sie ihm.
Zebadian nahm seine Schwester in der Zeit, da Trestolt fern war und sich nicht mehr blicken ließ, in den Arm und aus dem Gott der Stärke und der Herrin der Erde entstand unter den Flammen, die in beiden loderten, Init, der Gott des Feuers.
Init war der Hüter der unbändigen Kraft der Flammen und verstand es, den Elverra nur langsam die Kunst seiner Gabe zu erlernen. Er trug Vernunft in sich, die seine Kraft bändigte.
Quinénes vergaß Trestolt, der fort war und Zebadian saß mit ihr immer öfter auf dem alten Thron der Hordo. Aber trotz der Hüter auf Roduras zerfiel die Welt, denn die beiden Erz-Götter erkannten nicht, warum das Vergehen voranschritt.
Die Elverra lebten dahin, kannten das Feuer, mehrten sich und wussten sich zu ernähren und die Natur zu achten, doch es herrschte Unbehagen auf Noridan und immer mehr der Wesen Thranduils wandten sich nach Norden. Nur wenige kamen an jemals in Roduras an.
Die Götter selbst waren erschöpft und von den Taten niedergeschlagen und niemand vermochte das Rätsel des Unglücks zu lösen. Aussichtslosigkeit verbreitete sich unter den Allmächtigen.
Nur einer schuf Gedanken, die das unergründliche Unglück lösen sollten und nur dieser eine, Trestolt, der weit ab des Thrones sein Dasein fristete, erkannte die Lösung der weltlichen Schande.



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