Die alten Schriften
Einige der gnomischen Weisen, die, die Tag für Tag in den Büchern der gnomischen Ahnen lesen und forschen, wollen vor langer Zeit herausgefunden haben, dass das Schaffen der wahrlich großartigen gnomischen Götter mit den Glauben aller Rassen einen Ursprung hat - Thranduil, den Urvater.
Lange Zeit wurde diese Ansicht verfochten und auch heute gibt es noch zahlreiche Gnome, die sich mit der Geschichte der Menschen, Elfen, Halblinge und Zwerge nicht verbunden sehen.
Die Weisen berichten aus den Schriften, die die Uhrahnen der Heiligen Fibel waren, dass ein Hordo, ein Sohn Thranduils des Immerwährenden, der am Anfang Noridan schuf, nach einer großen Ratsversammlung aller Götter, im Begriff war, die Gnome zu erschaffen.
Die Schriften nennen diesen Überrasser Trestolt, der einer der ersten aller Götter gewesen sein soll. Weiterhin erzählen die Schriften vom Einmarsch des Gesindels unter dem auch die Orks und Trolle sind. Damals, wenn man das so sagen kann, erklärten die Götter sich bereit, diesem Aufmarsch der unwürdigen Wesen Einhalt zu gebieten. Zwerge, Menschen, Halblinge und eben Gnome worden geschaffen um den Elfen, die damals Elverra hießen - fragt keinen Gnom, warum diese vom großen Volk schon vorher da waren - in ihrem Kampf beizustehen.
Trestolt, sagen die Schriften, kannte die Schätze der Berge und erdachte sich ein Ebenbild, das seiner gefiel, um all diese Schätze zu behüten. Glücklicherweise sind wir, die Gnome, besser gesagt unsere Väter, die Gnisis, bei solchen Überlegungen herausgekommen, sonst würden wohlmöglich die Menschen unseren Glitzerstaub und Glitzerfels ernten und behalten.
Die Schriften enden, als der Sieg über das Gesindel errungen wurde.
Die Gnomenwelt weiß wenig über diese Ereignisse und fühlt sich auch in keiner Weise stolz, in Zeiten, an die sich niemand mehr erinnern kann, an der Seite anderer Rassen erfolgreich gekämpft zu haben.
Wie dem auch sei, soll sich unter den weisen Händen dieses Trestolts das geformt haben, worauf wir heute stolz sind und die, denen wir heute Dank zollen.
Unsere Geschichte der Götter beginnt hier.
Die Viergöttlichkeit der Gnomenwelt
Zum Anbeginn unserer Zeit, als das kleine Volk, wie es sich seit jeher nennt, noch jung war und erst seit kurzer Zeit über die Hügel und Felder Noridans wandelte, war die einzige Aufgabe, die in den kleinen Seelen dieser Geschöpfe heranwuchs, die unsagbaren Schätze der Hügel und Berge zu finden und sie im Sinne jedes einzelnen zu behüten.
Es gab reichlich Gemeinsamkeiten der Gnome mit den Zwergen und Halblingen und sogar mit den Wesen höheren Wuchses, die friedlich in der Vorherwelt existierten. Die Gnomenschaft zeichnete sich bei genauerer Betrachtung jedoch durch eigene, besondere Merkmale aus, die bald ihrer gesamten Wesensart ein unverbrüchliches Fundament stellten.
Die Gnome, wie sie sich bezeichnender Weise selbst nannten (Gnom hieß in den meisten ihrer gängigen Dialekte "Großbenaste"), hatte vier herausstechende Angewohnheiten, deren Herkunft unbestritten ist.
An dem erwähnten Anfang, herrschte nämlich im Himmel Eldrich Karfunkel, ein Gott groß wie ein Berg und zäh wie Edelstein. Er hütete seine Sprösslinge und woher er kam, weiß nur er selbst. Mit seinen geschickten Händen und seinem großen Geist lenkte er die Welt der Gnome und gab ihnen ihr erstes Merkmal. Die Gnome erhielten vom ersten Weltenlenker die Liebe zu der Eleganz und dem Wert von Edelsteinen und allem was glitzerte. Durch ihn erhielten die Großbenasten ein Verlangen nach Geschmeiden, Schmuck und Perlen, dass eines ihrer klarsten Merkmale ist. Die Gnome betrieben diese Vorliebe mit einem Nachdruck, der sie bald zu wahrer Meisterschaft in den Künsten des Edelsteinschleifens führte.
Eldrich war gutmütig und weise aber mit der Zeit fühlte er sich in seinem Götterhimmel einsam und da er so bei sich dachte, dass seine Kinder in ihren Gemeinschaften glücklich sind und ihn großes Leid überkam, sandten seine Gedanken einen Ruf aus, auf welchen Antwort gegeben wurde.
Girlanda Grünhand, eine Göttin von Schönheit und Glanz, eine Hüterin über Natur und Tier sollte Eldrich Gesellschaft leisten und seine Frau werden. Girlanda war eine großzügige Göttin voller Liebe und Zuversicht, die dem Ruf des Gnomenvaters folgte. Als sie in der Oberwelt eintraf, ward Eldrich froh und tanzte plötzlich im Kreis. Seine Freude breitete sich aus und unten auf Noridan begannen die Gnome zu tanzen und ergötzten sich an einer Freude, die sie nicht beschreiben können. Seit dieser Zeit ergreift die Gnome die Lust nach Geselligkeit und Festen immer wieder und in solchen Momenten bleibt ihnen nichts anderes übrig, als es Eldrich Karfunkel gleich zu tun und zu tanzen.
Girlanda brachte den Gnomen bei, die Natur zu achten und schenkte ihnen die Liebe, die sie brauchten, um in den Weiten Ebenen und den Hügelländern, wo sie am liebsten lebten, zu bestehen. Das zweite Merkmal wurde geprägt.
Eldrich und Girlanda liebten sich und erfreuten sich über Dekaden an den Erlebnissen der Gnome auf Noridan.
Eines nachts, da der Mond im Himmel nur eine schmale Sichel bildete und sich das liebende Paar zueinander gesellte, gebar Girlanda zwei Kinder, die die Viergöttlichkeit der Gnomenwelt komplett machten.
Girlanda gebar Lorani Schmitzmund, die Göttin des Schabernacks und Taronir Werkelwind, den Patron des Erfindergeistes. Beide Kinder brachten jeweils ein weiteres Merkmal mit, dass sie den Gnomen verliehen.
Lorani liebt kleine Späße genau so, wie sie den wirklich großen Schabernack mochte, der so manche Tage ihre Eltern zur Verzweiflung brachte. Jede Nacht, da die Mutter den Späßen der Tochter ausgeliefert war, drangen Tausende Flüsterstimmen an das Ohr der schlafenden Gnome und brachte sie immer wieder um ihre geliebte Ruhe.
Lorani ist gerissen und schützt ihr Dasein hinter zahlreichen Illusionen und Täuschungen.
Die Eigenschaft Loranis wurde von dem Tag an, als die Göttin geboren wurde, jedem Gnom in die Wiege gelegt und lebt tief in ihnen, um an dem einen oder anderen Tag auszubrechen und jeden Fremden in einen Bann zu ziehen, dem keiner entkommt. Die meisten Gnome sagen, es gibt kein Wesen auf der Welt, dass noch nicht von einem Gnom hinter das Licht geführt wurde.
Die Gelüste eines Schelms stellen das dritte Merkmal der Gnomenrasse dar.
Taronir, Loranis Bruder, war der Gott der Erfindungen und der Forschung. Er brachte seinen Eltern große Freude und den Gnomen das vierte Merkmal. Mit seiner Geburt wurde das Geschick der Gnome geboren, welches sie für viele ihrer waghalsigen, unverständlichen Konstruktionen brauchten. Und als Taronir das erstemal in unsichtbarer Gestalt zwischen all den Gnomen auf Noridan niederging, drang er bei jedem in den Kopf ein und verdrehte ihnen manchen Gedanken. Dank dieses Feldzuges von Taronir Werkelwind wollen die meisten der Gnomenrasse alles in Erfahrung bringen, was sie wissen können und selbst wilde Erfindungen machen, um Antworten auf die großen Fragen des kleinen Volkes zu finden. Aus dieser Sucht nach Wissen und dem Drang nach neuem erwuchs in jedem Gnom eine unermessliche Neugier, die bis heute nur schwer zu bändigen ist.
So sind alle vier Merkmale der Gnome komplett und die Viergöttlichkeit lebt in Harmonie miteinander. Auch wenn sich Taronir hin und wieder zurückzieht und Loranis ihren Unfug in der Oberwelt treibt, haben Girlanda und Eldrich für ihre Rasse, die Gnome, eine glorreiche Zukunft auserkoren, der sie zielstrebig entgegen marschieren.
Da Gnome aber ein praktisches Volk sind, üben sie sich nicht im Zelebrieren von Messen zu Ehren ihrer Gottheiten, sondern drücken ihren Respekt durch Taten im täglichen Leben aus, wobei ein kurzes Gebet oder eine kleine Preisung nicht missachtet werden.