Woreen
Göttin des Windes


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Woreen, Tochter Togars, dem starken Gott des Wetters und Tochter Birsajas, der Göttin der Flüsse und Seen, die als liebreizend und sanftmütig gilt, ist die beruhigende, aber auch aufbrausende Kraft der Welt. Wie eine Medaille hat Woreen zwei Seiten, deren Gegensätze ihr Wesen ausmachen. Zum einen stellt sie Sanftmut, Güte und Verständnis dar und kommt den Wünschen ihrer treuen Anhänger mit aller Kraft nach, zum anderen repräsentiert sie Stärke, Selbstbewusstsein, und ebenso wird Unbarmherzigkeit mit ihrem Wesen verbunden.
Woreen begleitet ihren Vater, wenn er über den Himmel zieht, erlernte von ihm mit Kraft und Stärke über allem zu wachen und sie streichelt ihre Mutter gefühlvoll, wenn sie sanft über die Flüsse und Seen der Welt dahinwandert. Ihre Mutter verlieh ihr die Stärke, Leben zu bringen und es zu bewahren.
Die Herrin des Windes ist daher vielseitig aber ebenso undurchschaubar. Viele Wege ihrer Pläne sind unergründlich und Zyniker behaupten, Woreens Wesen sei durch ihre gespaltene Persönlichkeit krank.

Die Gläubiger Woreens akzeptieren den Polytheismus auf Noridan und es gibt keine Schriften, in denen geschrieben steht, dass Woreen die einzige Göttin auf der Welt ist. Schon durch die Tatsache, dass die Priester Woreens Vater und ihre Mutter als die Urväter ihres tatsächlichen Glaubens ansehen, zeigt der Glaube göttliche Toleranz. Die Priester sind nicht allen existenten Göttern wohlgesonnen. Ganz im Gegenteil denken sie, dass allein ihre Göttin Woreen, Vater Togar und Mutter Birsaja, der Welt ihren Frieden bringen können.
Woreen ist nicht weltfremd aber rar. Den Schriften nach ist sie allgegenwärtig, versteckt sich jedoch gern, da ihr die Selbstständigkeit ihrer Gläubiger wichtig ist.
Die Nita, das "Silberne Buch", ist die Heilige Schrift Woreens. Es heißt, die erste Fassung wurde von Woreen selbst mit dem Saft zahlloser schwarzer Rosen geschrieben und dann von ihr auf dem höchsten Gipfel der Welt im Stein abgelegt. Danach sollen Schreiber gekommen sein, die den Gipfel bestiegen haben und die Erzählung in andere Bücher übertrugen, um den Glauben mit hinab zu tragen und zu verbreiten.
Der Tod ist für die Priester des Windes Trauer und Freude. Die Unbarmherzigkeit der Göttin scheint bei jedem Ableben zuzuschlagen, obgleich die Zurückgebliebenen wissen, dass ein noch viel schöneres Reich weit über den Wolken auf den Dahingeschiedenen wartet. Die Toten kehren in Heles, dem Luftschloss Woreens ein.
Das Silberne Buch sagt weiter voraus, dass am Ende der Zeit ein reinigender Sturm Noridan heimsuchen wird, der alle Widersacher der göttlichen Wahrheiten umstößt und sie mit dem Staub der zerstörten Welt bedeckt wird. Die Priesterschaft Woreens, und die ihrer Eltern, werden jedoch emporgehoben und betreten der Göttin ihr Reich über den Wolken. Sie werden Heles, das Luftschloss vorfinden, dessen Tore weit offen stehen. Zwei riesenhafte weiße Adler werden die Pforten bewachen, über die Besucher Recht sprechen und alle Sünden vergeben.


Pflichten der Priesterschaft

Die schwarze Rose Das Zeichen der Göttin des Windes ist eine schwarze Rose.
Die Priester der Göttin Woreen müssen in Behausungen leben, die mindestens eine Öffnung an jeder Hausseite besitzen, um dem Wind einen Zugang zu verschaffen. Die tägliche Lobpreisung der Herrin ist eine selbstverständliche Tat, die von vielen Gläubigen zu einer gewählten Tageszeit zurückgezogen vorgenommen wird. Da Woreen's Existenz auf Noridan rar ist, sind die Priesterschaften sehr auf sich angewiesen und halten dazu an, ihren Glauben energisch zu verbreiten. Mit Zuversicht und Güte sollen neue Gläubige, die bereit sind, die Hand Woreens zu ergreifen, der Göttin näher geführt werden. In früheren Zeiten zeigte sich jedoch auch die zweite Medaillenseite des Glaubens und unschlüssige Gläubige wurden mit anderen Mitteln zu ihrem Schicksal geführt.
In der Sturmkatastrophe am 5. Dor 284 des 4. Zeitalters, bei der mehrere Tempel Woreens scheinbar gezielt durch den Wind zerstört wurden, sahen die Priester jedoch eine Warnung ihrer Göttin und verzichteten seit jeher, auf die zwanghafte Glaubensbekennung. Dieses Datum wird seitdem 'Ni Á tor', der Tag der Umwälzung genannt und gilt als heiliger Feiertag. Die Priester legen ihre Pflichten zu dieser Zeit für 10 Tage nieder und ziehen zu Tausenden in Form von Prozessionszügen ihrer Göttin entgegen.
Priester Woreens sind ruhige, verständnisvolle Wesen, neigen jedoch dazu gegen Falschäußerungen ihres Glaubens gegenüber ein gnadenloses Wortgefecht zu führen. Aus diesem Grund sehen Außenstehende die Woreenpriesterschaften öfters als stur und eigenwillig an.

Die ständige Existenz des Windes ist für die Priesterschaft Woreens der Beweis, dass ihre Göttin trotz wenig Offenbarungen, auf Noridan existent ist und eine starke, allumfassende Hand über ihre Gläubiger hält.
Die schwarze Rose ist das heilige Symbol der Priester des Windes und stellt ebenso ein repräsentatives Objekt der Verehrung dar. Die Rose wird der Sage nach von der Göttin in einem Rosenkranz auf dem Kopf getragen. Ihre düstere Farbe wird oft als Kritikpunkt gesehen, stellt jedoch, dem Glauben nach, die unvollkommene Welt mit ihren Irrwegen dar, die es zu heilen gilt.
Der weiße Speer gilt als heilige Waffe und wird einem jeden Priester ab einer bestimmten Reife verliehen.
Der Steinadler in seiner natürlichen Form (die weiße Gestalt ist äußerst selten) ist das heilige Tier der Tempel Woreen's und darf unter keinen Umständen gejagt oder wieder seinem Willen gefangen gehalten werden.


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