Volor
Gott des Meeres


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Volor, die Schöpfung der Erzgöttin Quinenes, Wegbereiter und Wächter zwischen den Gestaden Roduras' und Noridan, ist die See in all ihrer Vielfalt. Er ist die aufbrausende Gischt, das wilde Spiel der Wellen, das laute Krachen der Brandung ebenso wie die endlose Ruhe unter der Wasseroberfläche und die tiefen Geheimnisse der Abgründe des Meeres. Für manche seiner Anhänger ist er auch die Tücke der See und ihre Gnadenlosigkeit. Und so gilt Volor als vielschichtiger, ja vielgesichtiger Gott, kraftvoll, oft wütend, dann wieder still und geheimnisvoll und manches Mal listig und in seinen Urteilen häufig erbarmungslos. Durch diese Vielgestaltigkeit ist Volor nicht nur Schutzpatron seiner traditionellen, an und in den Meeren praktizierenden, zumeist den Elementen des Wassers und des Windes zugewandten Priesterschaft, sondern auch Wegbegleiter vieler Seeleute und gar Piraten, die ihn in allem, was die See ihnen schenkt und nimmt und entgegenwirft, sieht. Viele von ihnen verehren hierbei nur die Aspekte Volors, die ihnen zupass kommen.
Es heißt, Volor sei als der, der den toten Leib des Gottvaters Thranduil ewiglich umarme, voller Geheimnisse, die ihm der fliehende Geist Thranduils noch immer anvertraue. Man sagt, sein wankelmütiges Herz stamme hiervon, denn diese Geheimnisse zu tragen, sei eine Last, die kein Spross des Schöpfers gänzlich tragen könne und so nagt der Wahnsinn an ihm. Die Weisheit, die Volor von Thranduils Flüstern erlange, sei größer als jene Digos, heißt es, doch dieses Nagen trüben die Weisheit seit jeher. Man sagt gar, Volor wisse um das Schicksals der Hordo, der ersten und verschwundenen Kinder Thranduils, doch diese Erinnerung ist tief in ihm verschüttet.

Die Gläubiger Volors sind Polytheisten, praktizieren aber zumeist unter sich und wenig mit anderen Glaubensrichtungen. Manches Mal werden Meeres- mit Wind- oder Wetterpriester auf Schiffen gemeinsam angetroffen. Die Priester sind nicht allen Göttern Roduras' wohlgesonnen. Dem Feuer und allen Göttern, die dieses Attribut vertreten sind sie misstrauisch gegenüber. Zudem verabscheuen die Priester der Meere Chon, den Gott der Krankheit und Vernichter ganzer Seemannschaften. Fremden unnatürlichen Gottheiten gegenüber, wie etwa dem Gott der Untoten, Porex, sind sie feindlich gesonnen.
Die Volori führen kein heiliges Buch sondern geben ihr Wissen um ihren Glauben mündlich weiter und bewahren es dadurch. Es wird nur jenen preis gegeben, die würdig sind. Sie nennen das gesammelte Wissen ihrer Religion "Lintara Varee", was soviel bedeutet wie das weite Meer. Die ersten Jahre einer volorischen Priesterschaft bestehen aus dem Studium dieses Wissen. Selbst die traditionellen Priester verbringen einen Großteil dieser Novizenzeit auf hoher See.
Der Tod bedeutet für die Priesterschaft den Antritt der Reise zu ihrem Gott. Mit der Seebestattung wird der Körper dem Meer übergeben und damit Volor. In diesem geht der Tote auf und gibt seine Seele preis, die vom Gott gen Roduras getrieben wird. Das Lintara Varee sagt weiter, dass jede Seele das Meer nährt und dieses dadurch irgendwann, am Ende der Zeit über die Ufer der Welt tritt, sie überflutet und schlussendlich gänzlich umarmt. Wohlmöglich gibt Volor diese dann seine Welt eines Tages wieder preis und die Zeit beginnt von Neuem.

Pflichten der Priestergemeinschaft

Die von Gischt gekrönte Welle Das Zeichen des Gottes ist eine von Gischt gekrönte Welle.
Die Priester des Gottes müssen in unmittelbarer Nähe zum Meer leben und bei Wanderschaft innerhalb eines Jahres wieder an dieses zurückkehren. Bei dieser Rückkehr bzw. grundsätzlich einmal im Jahr opfern die Priester Volors feierlich einen Stier und übergeben das Blut und Knochen dem Ozean während das Fleisch rituell verspeist wird.
Die Priester sind für die Taufe und Segnung von Booten und Schiffen zuständig und oft ist ein Priester Volors auch festes Mannschaftsmitglied an Bord eines gottesfürchtigen Schiffes. Dort versuchen sie mit Gebeten und kleineren Opfern die See zu beruhigen und der Fahrt gute Winde zu bescheren. Sie sind gleichzeitig oft Richter im Auftrag des Kapitäns, verfolgen hier allerdings unbeirrt das erbarmungslose Gesetz der See. Entlang der Küsten der menschlichen Welt finden sich viele kleine Städte und Dörfer, in denen der Glaube an Volor die Landeskirche verdrängt oder zumindest in den Hintergrund gestellt hat. In diesen Städten haben sich die Priester ebenfalls die Pflicht der Rechts- und Urteilssprechung zu eigen gemacht. Ansonsten sind die Volori, die Priester Volors, als verschwiegen, mitunter unberechenbar bekannt. Beichte und harte Buße (die zumeist mit dem Meer im Zusammenhang steht) sind ein fester Bestandteil der Religion.
So vielgesichtig der Meeresgott ist so vielseitig sind seine Priester. Fast den Barbaren gleiche Kriegspriester gibt es unter ihnen ebenso wie geheimnisvolle Wissenshüter oder kühle Scharfrichter.

Salziges Wasser ist den Priester Volors heilig und es gehört zu jeder ihrer Speisen als Zugabe dazu. Darüber hinaus sind die Schwertwale den Priestern dieses Glaubens besondere heilige Tiere. Aber auch andere Wale und Delfine werden von den Volori als dem Gott nahe Wesen angesehen und dürfen nicht gejagt und getötet werden. Gestrandete Wale werden als Boten Volors angesehen. Ihr unweigerlicher Tod an Land wird, wenn sie gefunden werden, rituell zelebriert. Der Stier als Sinnbild der volorischen Kraft dient als heiliges Opfertier.
Der Dreizack gilt als heilige Waffe. Das Tragen dieser Waffe ist ein Privileg, das den Anhängern des Glaubens erst im Laufe ihrer Priesterschaft verliehen wird.


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