Init ist der Gott des Feuers. Er ist ein direkter Nachkomme der Hordo, der Erzgötter. Seine Mutter Quinénes und sein Vater Zebadian brachten den Sohn der Flammen hervor, nachdem sich die Erzgötter im Streit getrennt hatten und Trestolt seinen eigenen Schöpfun-gen nachging. Er war das Ergebnis aus dem leidenschaftlichen Feuer der göttlichen Seele Quinénes und dem heißblütigen Gott der Stärke. Somit vereint Init das schützende Gemüt seiner Mutter mit dem kraftvollen und oft auch zerstörerischen Geist seines Vaters. Er ist auf der einen Seite ein wohlwollender Gott, der selbst im ärmlichsten Haus zu Gast sein kann, auf der anderen Seite eine Herr-lichkeit, deren Zorn unerbittlich und grausam sein kann.
Init verkörpert das Feuer in all seinen Aspekten. Er ist die treibende Kraft der Veränderung, die wärmende und oft ersehnte Zuflucht am heimischen Kamin, das besondere Geschenk der Götter an Noridan aber auch eine der wichtigsten Kräfte hinter einigen Arten der Magie. Der Gott des Feuers lehrte die Elverra das Feuer zu nutzen um sich vor Kälte zu schützen und Werkzeuge zu schmieden.
Init ist ein kraftvoller rothäutiger Krieger mit einem brennenden Hammer und brennendem Haupthaar. Viele Anhänger der Priester-schaft beschreiben sein Gesicht als eines, das mit einer unbeschreiblichen Gutmütigkeit den stärksten Kummer beseitigen aber auch mit einem einzigen Blick in den Wahnsinn treiben kann.
Die Anhänger Inits glauben an die Stärke und Macht des Feuers zu vernichten und zu erschaffen.
Wenn der Tag der Endzeitglut anbricht, so heißt es in der Lehre der Feuerpriester, wird Init selbst auf Noridan hinabsteigen und mit der Macht der göttlichen Flamme das Ende allen Seins besiegeln. Dies geschieht, laut den Priestern der Flamme dann, wenn die Menschheit selbst die Welt ihrem Ende nahe gebracht hat. Somit steht das alles verzehrende Feuer am Ende der alten und am Anfang einer neuen, besseren Welt. Weiterhin erklärt die Schrift, dass bis zum Ende der Welt Init in seiner Halbgöttlichkeit dreimal die Welt heimsuchen wird und von dem Niedergang der Welt kündet.
Im heiligen Schrein (eine Flamme, bei deren Anblick ein jeder, der das Feuer verehrt, einen Einblick in die Tag für Tag neu ge-schriebene Götterschrift erhält), der einzigen heiligen Schrift der Feuerpriester, der ewig brennt, doch niemals verzehrt wird, brennen die mythischen Worte, die jedem Anhänger in Fleisch und Blut übergehen: "Ich bin ständige Verwandlung, Anfang und Ende in Einem, geschaffen um Altes zu zerstören und Neues zu gebären." Somit ist der Tod für die Feuerpriester eine Notwendigkeit, um für neues Leben und neue Ideen Platz zu schaffen. Der Tod in seiner Endgültigkeit tritt allerdings erst ein, wenn keine Weiterentwick-lung mehr möglich ist.
Die Feuerpriester sind eine monotheistische Glaubensgemeinschaft, die im Feuer das einzig Göttliche auf Noridan sehen. Die Flam-me ist in ihren Augen das einzige himmlische Kunstwerk auf Erden. Zwar ist ihnen die Existenz anderer Priesterschaften bekannt, jedoch sehen sie keine und nur unnütze göttliche Kraft in ihnen, wie sie ihnen der Glaube an Init verleiht. Allerdings respektieren die Priester die Anhänger der Götter von Weisheit, Fruchtbarkeit, Krieg, Sonne, Morgenröte und Tod, deren Glauben sie aber als alte, nicht mehr zeitgemäße Huldigung ansehen. Nur das Feuer zeigt noch Präsenz auf der Welt.
Init war einst ein weltnaher Gott, der sich selbst um die Entwicklung von Thranduils Kindern in der Zeit der Verzweiflung geküm-mert hat. Aber seitdem sich die Schöpfung ständig selbst erneuert und Wesen kommen und gehen, Reiche erblühen und untergehen, gibt es für ihn kaum noch Grund und Anlass sich in die Geschicke der Welt einzumischen. Sein Wirken ist seither recht sporadisch geworden. Den mündlichen Überlieferungen der Priester nach sind seine Gesandten und Omen seinen Anhängern jedoch nicht unbe-kannt oder gar fremd.
Das einzige Heiligtum des Glaubens ist das ewige Feuer im Hohen Tempel von Init, das in unregelmäßigen Abständen von allen Gläubigen besucht werden sollte. Jenes Feuer ist die sich täglich verändernde heilige Schrift aus der Hand ihres Herrn, deren Weis-heit jeder Feuerpriester zurate ziehen kann.
Pflichten der Priestergemeinschaft
Das heilige Zeichen Inits ist die brennende Fackel.
Die Priesterschaft des Feuers sieht ihre Aufgaben hauptsächlich in der Weiterentwicklung von Körper und Geist. Feuerpriester dienen oft als Lehrer, Bauherren, Alchimisten oder Kundschafter. Sie glauben an die unbedingte Weiterentwicklung und sie arbeiten daran, die Personen um sich herum zu lehren, nicht in festgefahrenen Bahnen zu denken. Viele Anhänger des Gottes der Flamme sind in der Geschichte als Entdecker und Erfinder verzeichnet. Sie versuchen in kurzer Zeit viele neue Erkenntnisse zu gewinnen und alte Theorien zu verbessern oder zu widerlegen.
Für die Glaubensanhänger von Init ist ständige Entwicklung und Veränderung in Körper und Geist das höchste Gut. Sie verachten die Erhaltung von Traditionen und Grundsätzen, sowie das Leben nach festen Regeln und Abläufen. So wird jedem Mitglied der Glau-bensgemeinschaft empfohlen oft auf Wanderschaft zu sein und möglichst viele Lehrer und Ausbilder aufzusuchen.
Feuerpriester dürfen außerdem niemals einen Bettler hungern lassen und müssen stets den Armen helfen, wenn sie darum gebeten werden. Viele Anhänger des Feuers stammen aus dieser Bevölkerungsschicht. Es ist die Pflicht jedes Initpriesters, in seinem Haus ein Feuer brennen zu haben, das nicht erlischt. Jegliche Form des Feuers ist für einen Priester der Flamme schützenswert. Das Feuer erinnert den schwachen Menschen immer wieder an die Vergänglichkeit und Wandelbarkeit allen Seins. Im heiligen Schrein, der ewig brennt doch niemals verzehrt wird, steht gebrannt: "Um Neues zu erschaffen, muss Altes weichen, nichts ist für die Ewigkeit und alles wird vergehen." Somit ist für Init-Anhänger Zerstören und auch Töten kein Verbrechen, solange es einem Zweck der Ent-wicklung und Neuerschaffung dient. Init-Priester dürfen jede Art von Waffen benutzen und sie uneingeschränkt erheben, wenn sie damit eine günstige Entwicklungsmöglichkeit für sich oder andere sehen. In jedem Falle streben sie danach, ein Gleichgewicht zwi-schen Zerstören und Erschaffen herzustellen.
Das heilige Tier des Feuergottes ist der Schmetterling, der durch seinen Lebensweg und seine Verwandlung den Grundsatz des Feu-erglaubens lebt: ständige Veränderung und Wandlung zu Besserem. Der Tod jenes Tiers tritt erst in seiner vollen Pracht ein, wenn keine Weiterentwicklung mehr möglich ist. Der Phönix ist die so genannte heilige Bestie unter den Glaubensanhängern. Er symboli-siert durch seine Auferstehung aus Asche den ewigen Wandel von Leben und Tod durch das Feuer.