Casanundra, die Göttin der Morgenröte, die Sphäre zwischen Nacht und Tag, Dunkelheit und Licht, zwischen Sonne und Mond, entsprang der Hingabe der Göttin der Nacht, Tigwa und ihrem Bruder, dem Gott des Lichts, Herdo.
Casanundra ist eine Quelle der Inspiration und ein Brunnen der geistigen Stärke. Unter ihrem wachsamen Blick, behütet sie all die Schönheit und die Kraft der Welt. Sie blickt bei Tag und Nacht Hunderte Kilometer weit und hört das Gras in Noridan wachsen. Sie behütet die Welt, auf das sie bestehen bleibt.
In ihrer wahren Form ist Casanundra eine Kriegerin in strahlender Rüstung mit einem Schild in der Form einer Halbsonne. An ihrem Gürtel trägt sie das große Horn der Warnung, Gellarruf und in der Hand das glühende Schwert Hinariar, mit dem sie Morgen für Morgen die Nacht zertrennt.
Die Göttin der Morgenröte ist der Feind aller Untoten und sie verabscheut die Macht des Bösen.
Die Gläubigen der Göttin leben nicht weit ab vom Monotheismus. Sie wissen zwar von den vielen verschiedenen Glauben, die unterschiedlichen Göttern entgegengebracht werden, wissen jedoch, dass viele Verehrungen nicht existenten Überwesen gewidmet sind. Im Bezug auf andere Götter sind die Priesterschaften Casanundras skeptisch und teilweise abweisend.
Casanundras Anhänger betrachten den Tag als ein Symbol des Guten und die Nacht als einen Schutzmantel, in den sich allzu oft Böses hüllt. Aus dieser Überlegung heraus sehen sich die Gläubigen als die tägliche Erlösung der Welt von den Unholden der Nacht. Sie sehen die Morgenröte als die Verkörperung des Kampfes für das wahre Gute und treiben mir ihren Gebeten das Licht zurück nach Noridan.
Casanundra ist eine weltfremde Göttin und es erzählen nur wenige Geschichten von einem herabgeschickten Boten des Himmels, der den Menschen als eine Frau in strahlend heller Rüstung aus purem Gold entgegengetreten ist. Die "Schärpe des Rechts", das heilige Buch der Gläubigen, deren erste Schrift am Anfang der Zeiten mit einem Phönix nach Noridan gebracht wurde, schreibt, dass Casanundra achtsam und streng über der ganzen Welt hütet, ihre Priester jedoch alle mit einem Auge vor großem Unrecht bewahrt. Weiterhin schreibt die Schrift, dass Casanundra durch ihre zeitlosen Streifzüge nicht die Muße besitzt auf die Welt herabzusteigen. Im Geiste ist sie jedoch bei jedem, der ihrer Lehre beiwohnt.
Die "Schärpe des Rechts" schreibt weiterhin, dass Casanundra für alle, die auf Noridan mit der Göttin Glauben in sich sterben, am Tag der nächsten Morgenröte emporsteigen werden und ohne zu zögern an das große Tor ihres weißen Palastes, Intarmedesa schlagen können. Sie werden eingelassen werden und für ihre Taten auf Noridan belohnt. Nur die, sagt die Schrift, die ehrvoll und rechtschaffen gelebt haben, erhalten das Recht an der Seite der Göttin über die Welt zu wachen und die Belange Casanundras Anhängern zu besänftigen.
Das Ende der Welt wird der Schrift nach für die Herrscher der Nacht und des Dunkels grausam sein. In den Verließen Intarmedesas werden sie schuften und ihr ewiges Dasein fristen, bis die Zeit am Ende einschlafen und vergehen wird. Nur die Anhänger der Göttin steigen nach dem Vergehen der Welt zu den Zinnen des Herrenhauses hinauf und beschauen ihr neues Reich mit Freude und Wohlwollen, selbst wenn Noridan erlischt.
Pflichten der Priestergemeinschaft
Das Zeichen der Priesterschaft der Göttin der Morgenröte ist ein Streitwagen.
Die Priester der Göttin der Morgenröte arbeiten daran, die Tugenden ihrer Herrin zu schätzen und die Existenz der Untoten auf Nordian zu bannen. Sie sind gelehrt in der Geografie der Welt, um im Auftrag ihrer Göttin über alles zu wachen. Die Priester repräsentieren mit ihrem Glauben die tägliche Neugeburt der Welt und damit eine tägliche Chance, Licht in sie hinein zu tragen. Die Priesterschaft wird in ruhiger Aufmerksamkeit und geistiger Weitsicht geschult.
Priester Casanundras sind manchmal Mitglieder einer königlichen Schutzgarde oder Wächter anderer mächtiger Männer. Sie sind stur und müssen niemandem erlauben, ihren Posten zu passieren, solange kein Einverständnis ihres Meisters vorliegt.
Am Morgen des 25. Odori versammelt sich die Gemeinde Casanundras überall auf den Bergen und blickt mit klarem Auge nach Osten, wo die Göttin mit ihrem Schwert den Himmel durchtrennt. Die Rotgoldandacht wird gefeiert. Seitdem dieser Brauch bekannt ist, gab es keinen Morgen am 25. Odori, an dem Wolken oder gar Regen den Priestern den roten Himmel verwehrt haben. Mit stillen Gebeten begrüßen sie ihre Herrin und fahren dann mit tobendem Lärm und Duzenden Streitwagen des Sustarre die Berghänge hinab, um Casanundra in alle Tempel der Morgenröte zu geleiten.
Der rote Sonnenaufgang am Morgen, der dem roten, treuen Blut der Anhänger Casanundras gleicht und von reinem Leben zeugt, ist für jeden Gläubigen der Göttin der Morgenröte ein Zeichen der inneren Nähe ihrer Herrin. Für viele Anhänger ist diese Zeit oft die Zeit ihrer Gebete und innigen Danksagungen, die im Kreis. Der Morgen ist für Priester der Göttin heilig.
Weiterhin verehren die Anhänger Casanundras den Phönix, einen seltenen Feuervogel, der die Heilige Schrift nach Noridan brachte.